Überreste des Neuesten von gestern (2010)

Die Informationsgesellschaft und ihr elektronischer Schrott

In den letzten Jahren wurde in Deutschland ein aufwändiges Recyclingsystem aufgebaut, um Elektronikschrott umweltgerecht zu entsorgen und gleichzeitig die einzelnen Bestandteile zu verwerten. Das war wichtig, denn der Fortschritt der Gesellschaft wird getragen von der elektronischen Entwicklung, und die wiederum ist angewiesen auf Käufer, die sich heute das Neueste holen und morgen wegwerfen, weil es dann von gestern ist. Fortschritt und Verschrottung sind zwei Seiten derselben Sache. Weil aber Elektromüll bisher einfach in Afrika abgeladen wurde und dort Menschen und Umwelt vergiftet hat, gibt es nun dieses vorbildlich verantwortungsvolle Verwertungssystem.

Doch einzelne Punkte bleiben unklar, beispielsweise, warum nur ein geschätztes Drittel des deutschen Elektromülls überhaupt im Recycling landet und ein erheblicher Teil noch immer illegal exportiert wird. Profitieren gut organisierte Verbrecher davon, oder die Elektronikhersteller, oder entscheidungsscheue Politiker?

In Überreste des Neuesten von gestern versuchen Radiomoderatoren mit Liveschaltungen zu den Orten des Geschehens den Fragen und Widersprüchen auf die Spur zu kommen, und stoßen auf alles andere als einen Alleintäter.

Produktion: Deutschlandfunk, BR, HR, SR, RBB