Jenny (2003)

Ihre Stimme ist gebrochen von einem Luftröhrenschnitt, der notwendig geworden war, als sie nach einer Überdosis Heroin aus einem vierwöchigen Koma – oder war es länger, sie erinnert sich nicht mehr – wieder aufwachte. Eine Art Engel hatte sie in die öffentliche Toilette verfolgt und den Notarzt gerufen, der sie wiederbeleben konnte. Damals war sie siebzehn. Als Kind vom Stiefvater missbraucht, von der Mutter nicht beschützt, in Heimen und am Bahnhof Zoo aufgewachsen, war sie irgendwann auf der K – der Kurfürstenstraße, einem Drogenstrich in Berlin – hängen geblieben.

Ihr erster Gedanke, als sie aus dem Koma wieder aufwachte, war: »Nie wieder Drogen.« Jetzt ist sie einundzwanzig. Das Radiofeature Jenny konzentriert sich ganz auf ihre Stimme, auf das Geräusch ihres schleifenden Atems und auf den Blick der jungen Frau zurück auf ein vorheriges Leben.